Recap: Maker Faire Berlin 2019

Vom 17. bis 19. Mai fand im FEZ in der Berliner Wuhlheide die Maker Faire Berlin statt. Ich war für euch vor Ort.

Seit es die Maker Faire auch in Berlin gibt, habe ich es bisher leider nie geschafft hinzugehen. In diesem Jahr hat es endlich geklappt. Damit auch die Nachwuchsförderung nicht zu kurz kommt, habe ich direkte noch meine Kinder eingepackt und auf ging es zum FEZ in die Wuhlheide. Der Veranstaltungsort ist für uns ideal, da er nur ein paar S-Bahn-Stationen von uns entfernt ist. In der Wuhlheide selbst verkehrt schon seit DDR-Zeiten eine Pioniereisenbahn, heute Parkeisenbahn, mit der man von der S-Bahn direkt bis ans FEZ vorfahren kann.

Am Eingang begrüßte uns zuerst ein überdimensionales Pferd aus rostbraunem Stahl, das über diverse Motoren bewegt wurde. Ich hatte den Kindern Roboter versprochen – diese Erwartung war also schon vor Betreten des Geländes erfüllt.

Die nächste Positive Überraschung beim Betreten der Hallen: Trotz gutem Wetter war das Event zwar gut besucht, aber nicht überlaufen. Man konnte sich überall frei bewegen und lange Schlangen suchte man vergebens. Selbst für einen leckeren Frozen Yoghurt standen wir nur wenige Minuten an. Was mir noch auffiel: außer uns hatten auch noch viele andere die Familie dabei. Die Maker Faire wirbt damit eine Veranstaltung für alle von 0-99 zu sein und das hat sich in jedem Fall bewahrheitet.

Maker Faire für Kinder

Um auch die Kleinen bei Laune zu halten und die Maker von morgen zu fördern wurde viel geboten: Es gab verschiedene Workshops, wie etwa zum Löten oder Programmieren, Stände die zum Mitmachen einluden, Exponate bei denen Anfassen ausdrücklich erwünscht war und natürlich jede Menge coole Technik. Meinen Kindern jedenfalls wurde nicht langweilig und ich bin mir sicher, sie haben hier auch einiges Neues gelernt.

Das absolute Highlight, jedenfalls wenn man meine Kinder fragt, war aber der ausrangierte Volvo, dessen Karosserie komplett mit LEGO Platten bedeckt war. Hier konnten die Kinder nach Herzenslust basteln und vor allem auf dem Auto herumtollen. Wo sonst kann man einfach mal die Stoßstange als Leiter verwenden, um auf den Kofferraum zu gelangen, von dort aufs Dach steigen und schließlich über die Windschutzscheibe auf die Motorhaube rutschen?!

Bei all der Freude leider auch ein kleiner Kritikpunkt: Unser Jüngster sitzt mit seinem zarten Alter noch im Kinderwagen. Für eben diese sind die Räume und Freiflächen im FEZ leider nicht überall bestens ausgestattet.

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So gab es auch auf der ersten Etage noch Aussteller, dort sind wir aber nicht hingekommen, weil der einzige Zugang, den wir gefunden haben über eine langgezogene Treppe führte. Auch außen gab es einige Stufen zu überwinden, Rampen als Alternative gab es nicht.

Trotzdem aber eine klare Empfehlung, die Maker Faire nicht alleine, sondern mit der gesamten Familie zu besuchen!

3D-Druck auf der Maker Faire

Mein primäres Interesse galt natürlich allem, was mit 3D-Druck zu tun hat. Die erste Begegnung dazu hatte ich am Stand von Conrad. Dort wurden die aktuellen Drucker der Hausmarke Renkforce präsentiert. Einige ausgestellte Testdrucke waren recht passabel. Schockiert hat mich aber, was live vor Ort präsentiert wurde. So konnte man ein Benchy “bestaunen” das wohl frisch aus dem Drucker kam. Gedruckt wurde es mit Raft offenbar und recht unrühmlichen Slicer-Settings.

Ein paar Besucher, die mit Materie nicht so sehr vertraut waren, versuchten gerade die Schrift auf der Unterseite zu entziffern. Das war aber kaum möglich, weil der erste Layer auf dem Raft mehr als schlecht geraten war. Und auch sonst glänzte der Druck nicht gerade durch gute Eigenschaften. Schade, so sollte man seine Produkte besser nicht präsentieren.

Überall stieß man an den Ständen immer wieder auf Gedrucktes und Drucker und ich konnte meinen Kindern einmal mehr zeigen, wozu so ein Gerät eigentlich gut ist. Gespannt war ich aber natürlich vor allem auf den Stand von Prusa Research. Leider war The Man himself, Josef Průša nicht vor Ort.

Dafür konnte man, neben dem Prusa I3 Mk3 mit dem MMU2 und diversen imposanten mehrfarbigen FDM Drucken, auch den neuen SL1, Prusas ersten SLA Drucker bestaunen. Für mich das erste Mal, dass ich SLA gedruckte Objekte in Natura gesehen habe. Beeindruckend! Will haben!!!

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Gern hätte ich mein Portemonnaie gezückt und zumindest ein paar Rollen Prusament mit nach Hause genommen. Leider gab es am Stand nichts zu kaufen. Und auch der direkt dahinter postierte Stand von Fillamentum, dem zweiten großen tschechischen Player in der 3D-Druck-Welt, hat leider nur seine wunderbaren Filamente präsentiert, aber nicht verkauft.

Wer etwas kaufen wollte, wurde eher bei Conrad fündig oder bei einem der diversen kleinen Handwerker und Bastler. Im 3D Bereich gab es nur die Stände von 3dk.berlin und Spectrum Filaments, die zumindest ein paar Angebote, z.B. in Form von Farbwechsel-Rollen oder bestimmten Farben, parat hatten. Am Ende war aber zumindest für mich leider nichts passendes dabei.

Weitere Fotos findet ihr auch auf meiner Facebook Page.

Mein Fazit

Mir hat die Maker Faire sehr viel Spaß gemacht und ich hätte gerne noch mehr Zeit auf dem Gelände verbracht. Auch von den Kindern gab es keine Klagen, sondern nur leuchtende Augen. Wir haben also Blut geleckt und werden sicher auch im nächsten Jahr wieder dabei sein. Wenn ihr also in Berlin oder Umland wohnt, zur nächsten Maker Faire in 2020 zufällig in der Stadt seid oder auch in eurer Nähe eine Maker Faire stattfindet, dann schaut doch mal vorbei, packt Frau und Kinder ein und lasst sie an eurem wunderbaren Hobby teilhaben.

Alle Termine findet ihr auf der Maker Faire Website. Im Juni stehen die Maker Faire OWL in Herford und die Mini Maker Faire in Halle (Saale) an. Bis Jahresende gibt es dann noch weitere Termine in Hannover, Aurich, Hamburg und Sindelfingen.

2 Gedanken zu “Recap: Maker Faire Berlin 2019”

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